Das grüne Spanien ist ein Paradies für Outdoor-Fans, Gourmets und Gourmands
„España Verde“ oder „Cornisa Cantábrica“ – so nennt man in Spanien den atlantischen Küstenstreifen im Norden, der ganz anders ist als der Rest des Landes. Aber was hat es eigentlich mit dem „grünen Spanien“ auf sich? Dieser Frage gehen wir im Spanien-Blog von destino:vino nach.
Als grünes Spanien bezeichnet man die Provinzen des Landes, die hoch im Norden zwischen dem Kantabrischen Gebirge und dem Atlantik liegen. Spaniens grüner Norden entspricht so gar nicht dem immer noch in Mitteleuropa verbreiteten Spanienbild, das sich aus mediterranen Versatzstücken zusammensetzt. Das „grün“ bezieht sich auf die üppige Vegetation, die überall anzutreffen ist: Hier trifft man auf unverbaute Küsten, wasserreiche Bäche, sattes Gras, weidende Kühe, Apfelbäume und ausgedehnte Laubwälder statt auf Hotelburgen, karge Böden, Mandelbäume, Orangenhaine und Olivenplantagen.
Als Spaniens grüner Norden werden in der Regel diese 4 spanischen Regionen bezeichnet, die alle direkt am Atlantik liegen:
Galicien
Asturien
Kantabrien
Baskenland
Und wie du dir wahrscheinlich denken kannst, ist es nicht ohne Grund so grün: Im Baskenland, in Kantabrien, in Asturien und vor allem in Galicien regnet es gerne und viel. Viel mehr als beispielsweise in Norddeutschland. Das Kantabrische Gebirge (Cordillera Cantábrica) ist eine Wetter- und Klimagrenze, wie folgende Grafik verdeutlicht:

Die Klimazonen in Spanien.
Das „grüne Spanien“ ist der Streifen ganz oben mit dem „ozeanischen Klima“, der sich deutlich von den restlichen Klimata des Landes unterscheidet.
Bild: „Climas en España“ von FDV, lizenziert unter CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons.
Spaniens grüner Norden ist ein ideales Ziel für alle, die es gerne nicht zu heiß mögen. Hier kann es zwar auch mal sehr warm sein, aber es wird im Sommer bei Weitem nicht so heiß wie in Südspanien. Im Winter hingegen ist es dank des Atlantikeinflusses recht mild und in Küstennähe fallen die Temperaturen selten unter 5 Grad. Dies macht sich auch im Landschaftsbild bemerkbar: in Küstennähe werden Südfrüchte und andere tropische Gewächse kultiviert. Im Landesinneren, in den Bergtälern, sind die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht deutlich ausgeprägter.
Wenn du im grünen Spanien durch einen typischen Wald läuft, wähnst du dich leicht in mitteleuropäischen Gefilden. Zwar trifft man hier auch auf Pinien und Eukalyptusbäume, doch dabei handelt es sich in der Regel um Anpflanzungen der Holzwirtschaft. Typisch sind in der Region ausgedehnte Wälder mit Eichen, Buchen, Eschen und anderen Laubbaumarten, die in Flussnähe häufig von reichlich Farn und Moos begleitet werden, was eine magische Atmosphäre kreiiert.
Der Atlantik und das Kantabrische Gebirge sind für das besondere Klima in Spaniens grünem Norden verantwortlich
Warum ist das Kantabrische Gebirge eine Klimagrenze? Ganz einfach: Vom Atlantik her strömt feuchte Luft auf die Küste Nordspaniens. Dort treffen die Luftmassen auf die steile Nordflanke des Kantabrischen Gebirges – die Berge befinden sich vielfach nah an der Küste. Da die Berge in weiten Teilen des grünen Spaniens hoch genug sind (1.500–2.500 m, die Picos de Europa gehen sogar bis 2.648 m), wirken sie wie eine meteorologische Wand. Die Luft dehnt sich aus, kühlt ab und kann daher weniger Wasserdampf speichern. Infolge kommt es zu Kondensation und Wolkenbildung, die sich dann über dem Gebiet abregnen oder einfach am Himmel bleiben und für einen weiteren bewölkten Tag im Naturparadies sorgen. Eine Sonnengarantie, wie es sie fast in vielen Teilen Südspaniens gibt, existiert im grünen Norden Spaniens wahrlich nicht.

Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, kannst du diese Klimagrenze und den Unterschied zwischen der Nord- und der Südseite des Kantabrischen Gebirges ganz einfach selbst erleben. Es ist beeindruckend, wenn du beispielsweise die Autobahn 66 von Oviedo in Asturien nach León in Castilla y León fährst. Dieser Streckenabschnitt bietet nicht nur spektakuläre Aussichten auf die Gebirgs- und Seenlandschaft des Naturparks Babia y Luna (Parque Natural de Babia y Luna), sondern zeigt die Klimagrenze sehr deutlich: während auf der asturischen Seite sattes Grün die Berghänge säumt, offenbart sich nach Verlassen des rund 4 Kilometer langen Negrón-Tunnels, der die beiden Regionen miteinander verbindet, die Südseite des Kantabrischen Gerbirges, die deutlich erdiger wirkt und wo das Gras eine andere Farbe hat. Je weiter du nach Süden fährst, desto trockener wird die Gegend. Manchmal kommt es sogar vor, dass du in Asturien bei kühlem Regenwetter in den Tunnel fährst und wenige Minuten später auf der anderen Seite von wärmendem Sonnenschein empfangen wirst.
Urlaub jenseits des Massentourismus: Das grüne Spanien bereisen
Mit dem steigenden Interesse an Aktiv- und Naturreisen wird das grüne Spanien als Urlaubsziel immer attraktiver. Zu den beliebtesten Zielen zählen zweifelsfrei die Picos de Europa, ein Bergmassiv im Kantabrischen Gebirge, im Grenzgebiet zwischen Kantabrien, Asturien und Kastilien-und-León. Dass es in den Picos traumhaft schön ist, hat sich herumgesprochen, in den Ferienzeiten ist das Gebiet ziemlich überlaufen. In der Nebensaison ist es dagegen sehr ruhig. Aber der grüne Norden Spaniens hat noch viele andere faszinierende Natur-Reiseziele zu bieten, wie den Naturpark Gorbeia (Parque Natural de Gorbeia) südlich von Bilbao, den asturischen Naturpark Somiedo (Parque Natural de Somiedo) mit seinen Bären und der eigentümlichen Architektur oder die galicischen Rias Baixas mit ihren wunderschönen Stränden, um nur ein paar wenige Beispiele zu nennen.
Lust auf Urlaub in Nordspanien?
Entdecke das grüne Spanien mit destino:vino!


[…] will schon, dass der ersehnte Urlaub sprichwörtlich ins Wasser fällt? Genau das kann dir im grünen Norden Spaniens durchaus passieren, denn hier regnet es im Vergleich zu anderen spanischen und übrigens auch […]